Die Vielfaltsgärtner

von den Fildern

Tipps und Tricks

Tomatenanbau

Tomaten auf Teller web

Tomatenanbau

Tomaten sind sonnenhungrige und wärmebedürftige Gäste aus dem Süden. Trotzdem fruchten sie an einem geschützten aber luftigen Freilandstandort oftmals besser als in einem engen stickigen Kleingewächshaus.

Wegen der Krautfäule gelingt der Freilandanbau von Tomaten in den meisten Gärten nur noch mit Überdachung. Die mit dem Aufbau verbundene Mühe belohnen sie dann, meist jahrelang, mit gesundem Wachstum und lang anhaltendem Ertrag. Und die Gärtnerin kann aus der ganzen Fülle der samenfesten Tomatenvielfalt auswählen und ist nicht auf die sehr teuren, gegen Braunfäule toleranten Hybriden angewiesen.

Der Boden sollte gut und tief durchwurzelbar und humusreich sein. An Düngung genügen auf gutem Gartenboden 3-5 l Kompost und 100g Hornspäne je Quadratmeter. Mit ihren ausgedehnten und tiefgehenden Wurzeln holen sich Tomaten Nährstoffe und Wasser aus einem größeren Bodenbereich und wenn sie sich dabei etwas anstrengen müssen, kommt dies dem Geschmack der Früchte zugute.

Sind die Jungpflanzen zum Pflanztermin nach den Eisheiligen schon recht lang, kann man die unteren Blätter entfernen und schräg pflanzen. Bei Erdkontakt bilden sich am Stängel neue Wurzeln. Manche Gärtnerinnen geben klein geschnittene Brennnesseln mit ins Pflanzloch. Gut angießen und an eine Pflanzenstütze anbinden. Abstand zwischen den Pflanzen mindestens 50 cm und 1 m Reihenabstand. Tomaten lieben aromatische Kräuter in ihrer Nähe: Petersilie, Basilikum, Thymian, Sellerie kann man davor oder dazwischen pflanzen.

Sind die Tomatenpflanzen gut angewachsen und etwa einen Meter hoch, den Boden um die Pflanzen herum mulchen, d.h. dünn mit (angewelktem) Grasschnitt, Brennnesseln, Heu oder Stroh bedecken. Alternativ den Boden zwischen den Pflanzen mit einer Untersaat beschatten. Besonders bewährt hat sich dazu der Neuseeländer Spinat, ebenso wärmebedürftig wie die Tomate macht er dieser mit seinen flachen Wurzeln nicht viel Konkurrenz und profitiert selbst von den zusätzlichen Wassergaben. Die Triebspitzen des Neuseeländer Spinats ergeben ein Gemüse, vom echten Spinat nicht unterscheidbar.

Weitere Pflegemaßnahmen sind das regelmäßige aufbinden an eine Pflanzenstütze und das Ausgeizen der Seitentriebe in den Blattachseln.

Gelegentliches gießen mit verdünnter Brennnesseljauche unterstützt das Wachstum und stärkt die Gesundheit der Tomatenpflanzen. Wenn die Früchte der ersten Traube anfangen zu reifen ist es Zeit die unteren Blätter zu entfernen. Dies fördert die Reife, erleichtert die Ernte und mindert die Ausbreitung von Pilzkrankheiten. Es werden jeweils nur wenige Blätter auf einmal entfernt und immer nur bis zum jeweils erntereifen Fruchtstand.

Ab Ende August können die neuen Blüten entfernt werden, sie erreichen die Erntereife nicht mehr. Auf das Entfernen der Pflanzenspitze, wie häufig empfohlen, reagiert die Pflanze verärgert mit verstärktem Seitentriebwachstum, anstatt sich auf die Reife der Früchte zu konzentrieren. Der Gärtner hat damit nur zusätzliche Arbeit. Jetzt werden auch die zusätzlichen Wassergaben eingestellt.

Zum richtigen Gießen: richtig ist dass Tomaten einen hohen Wasserbedarf haben und zusätzliche Wassergaben benötigen, unter Dach sowieso. In vielen Gärten wird dies jedoch übertrieben. Die Tomate bildet ein umfangreiches und tiefgehendes Wurzelsystem das dem Wasser und den Nährstoffen nachwächst. Es genügen 1-2 mal wöchentliches gründliches Gießen bei trockener Witterund und trockenem Boden (5-10 l pro Pflanze) ohne dabei die Blätter zu benetzen. Niemals kaltes Wasser auf eh schon feuchten Boden oder gar Blätter gießen. Bei Großer Hitze kann eine erfrischende Dusche den Hitzestress der Pflanzen mindern. Vorsicht vor Verbrennungen auf den Blättern bei hohem Sonnenstand. Bis zur Nacht müssen die Blätter wieder trocken sein.

Tomatenpflanzen selber ziehen so klappt das auch bei Ihnen

Verdeutlichen wir uns einmal von was unsere Pflanzen eigentlich wachsen. Ja es ist das Sonnenlicht. Licht ist der begrenzende Faktor bei der Pflanzenanzucht im Haus. Wärme, Wasser und Nährstoffe sind dagegen oft sehr reichlich verfügbar.

Wir säen also nicht zu früh, Mitte bis Ende März sind richtig, Anfang April geht auch noch. Gesät wird in nährstoffarme Aussaaterde mit etwas Abstand zwischen den Samenkörnern. Die Töpfchen oder Kistchen müssen zur Keimung warm stehen bei über 20 °C, Wildtomaten bei mind. 24 °C. Da kann es auch dunkel sein, neben der Heizung, oder auf dem Boden bei Fußbodenheizung. Gegen austrocknen schützt eine Plastikhaube.

Wenn der Keimling sichtbar wird, kommen die Tomaten ans helle Fenster, zunächst noch in einem warmen Raum, bis sich zwischen den Keimblättern das erste richtigen Blatt zeigt. Dann wird einzeln in Töpfchen pikiert, 10-12 cm Durchmesser sind ideal. Das Pikieren dient dazu, dass sich die wachsenden Pflanzen nicht gegenseitig das Licht wegnehmen. Hierzu wird nährstoffreichere Blumenerde verwendet oder eine selbst gemachte Mischung mit gutem Kompost, Sand und Gartenerde. Noch einige Tage im warmen zum anwachsen. Dann kommen die Tomaten in einen weniger geheizten Raum an das hellste Fenster. Super sind Dachflächenfenster. Meist ist es im obersten Stockwert sowieso viel heller als weiter untern. Nachts genügen jetzt 16 °C, bei Sonnenschein kann es gerne wärmer werden. Gegen Ende April, können die Tomatenpflanzen tagsüber bei schönem Wetter nach draußen, die kalten Nächte verbringen sie im Haus. Auspflanzen geht erst Mitte Mai, es sei denn, der Wetterbericht meldet den Ausfall der Eisheiligen oder der Standort ist sehr geschützt.

 

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