Die Vielfaltsgärtner

von den Fildern

Tipps und Tricks

Saatguternte und Lagerung

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Saatguternte und Lagerung

1. Einfach zu vermehrende Arten

diese Arten sind Selbstbestäuber, daher besteht keine Verkreuzungsgefahr zwischen den Sorten.

Bohnen und Erbsen:Die Samen sind reif, wenn die Hülsen braun sind. Bei trockenem Wetter hängen lassen bis sie vollkommen trocken sind. Bei feuchteren

Bedingungen ( und spätestens Mitte Oktober ) abmachen und ausgebreitet nachtrocknen (Dachboden etc.). Anschließend auslösen und die (wirklich gut getrockneten) Kerne für 14 Tage in die Tiefkühltruhe geben zur Abtötung des Bohnenkäfers.

Salate: Salatsamen faulen leicht bei viel Regen, daher Überdachung ab der Blüte empfehlenswert.

Salatsamen sind reif, wenn die weißen Schirmchen erblühen (wie beim Löwenzahn). Die ersten Samen des Haupttriebes sind die besten. Diese kann man vorab durch Auszupfen gewinnen. Haupternte, wenn die Mehrzahl der Schirmchen voll erblüht ist. Bei trocken-sonnigem Wetter kann man den Blütenstiel vorsichtig herunter biegen und über einem großen Gefäß ausschütteln, bei feuchteren Bedingungen Samenträger abschneiden, nachtrocknen und dann ausdreschen. Reinigen durch Sieben und Wegpusten der leichten Teilchen.

Tomaten:nur vollreife Früchte, bevorzugt vom 2.-3. Fruchtstand von gesunden Pflanzen verwenden.

Nassreinigung mit Gärung: Das glibberige Innere der Tomatenfrüchte in ein Glas mit etwas Wasser geben, in der warmen Küche 2-3 Tage gären lassen, (die Samen fühlen sich dann zwischen den Fingern rauh an und sinken zu Boden). Vorsicht: genau beobachten, ist die keimhemmende Schicht um den Samen abgebaut, beginnt umgehend die Keimung und das Saatgut wird unbrauchbar. Dann in einem Küchensieb unter fließendem Wasser gründlich reinigen und im Kaffeefilter (1 TL. Pro Filter) aufgehängt trocknen.

2. Einjährige Fremdbestäuber: Sorten können sich verkreuzen, die Saatgutgewinnung ist jedoch einfach.

Paprika, Chili:Früchte müssen gut ausgereift sein, sonst sind die Samen nach dem Trocknen bräunlich und nicht keimfähig. Von den weißlichen Häuten ablösen und trocknen. Bei scharfen Sorten unbedingt Handschuhe tragen!

Gurken:Reife Früchte erkennt man am Farbumschlag nach gelb oder braun.

Nassreinigung mit Gärung wie bei Tomaten beschrieben. Gärzeit eher etwas kürzer. Das Reinigen von großen Mengen anhaftenden Fruchtfleisches ist schwierig, am besten mehrmals zwischen Sieb und Gärglas hin und her schütten, Sieb zwischenzeitlich wieder reinigen, und reichlich Wasser verwenden. Bei Gurken sind oft viele taube Samen dabei. Oben schwimmende Samen beim Reinigen abgießen. Nach dem Trocknen taube Samen auslesen. Erkennung: hellere Farbe, flach statt bauchig, lassen sich über den Fingernagel brechen.

Kürbis:Samen nur von vollreifen Früchten entnehmen. Bei Vollreife ist die Fruchthaut nicht mehr mit dem Fingernagel ritzbar und der Fruchtstiel ist hart und vertrocknet. Von Pepo - Kürbissen (Zucchini, Zierkürbisse) wird der Samen sofort entnommen. Andere Arten nach 1-2 Monaten oder noch längerer Lagerung . Die Samen werden vom Fruchtfleisch getrennt und anschließend unter fließendem Wasser gründlich gewaschen. Vorsicht Kürbissamen faulen leicht! Das Trocknen muss daher rasch erfolgen bei 22-25 Grad dünn ausgebreitet mindestens 2 Wochen. Taube Samen aussortieren (zwicken, biegen, aufbrechen).

3. Schwieriger zu vermehrende Arten, Fremdbestäuber, überwiegend 2-jährige Vermehrung nach Überwinterung.

Radieschen, Kohl und andere Kreuzblütler:Ernten, wenn die ersten Schoten trocken und die Mehrzahl der Schoten goldbraun sind. Die meisten Samen müssen bereits braun sein. Nachtrocknen auf Tüchern. Bei Kreuzblütlern platzen die Schoten leicht auf, so dass die reifen Samen mit geringer Nachhilfe durch Schlagen oder Treten auf den Tüchern liegen. Bei Rettich/Radieschen sind die Samen fest in der Schote eingeschlossen, Ausdreschen durch festes Treten oder Schlagen. Reinigen durch Sieben.

Zwiebeln, Lauch:Saatguternte niemals von einjährigen Schossern (Pflanzen, die schon im ersten Jahr blühen, obwohl Zwiebeln etc. zweijährig sind)! Die Samen sind reif, wenn die ersten schwarzen Samen oben am Samenstand sichtbar werden. Dann abschneiden und auf Tüchern nachtrocknen. Die reifen Samen fallen mit geringer Nachhilfe durch Reiben aus. Reinigen durch Sieben und Ausblasen der leichten Teile.

Doldenblütler (Möhre, Sellerie, Petersilie, Pastinake):Niemals Samen von einjährigen Schossern ernten!

Die besten Samen sitzen an den Hauptdolden, die zuerst reif werden. Diese abschneiden, wenn die Samen braun sind, überreife Samen fallen zu Boden. Dolden nachtrocknen und Samen durch Abreiben/ Abstreifen gewinnen.

Bei Pastinaken unbedingt Hautkontakt mit den Stängeln vermeiden, es können schwere Entzündungen entstehen!

Endivie/ Zicchoriensalate:Die Samen sitzen in den Blattachseln der langen Stängel und fallen bei Überreife zu Boden. Der richtige Zeitpunkt ist schwer zu bestimmen, da die Stängel ständig weiter wachsen und blühen. Entweder mehrmals die bereits braunen Samen abzupfen, oder die sehr umfangreichen Stängel abschneiden und nachtrocknen auf Tüchern. Samen durch Ausklopfen, Schlagen oder Treten zum Ausfallen bringen.

Mangold, Rote Beete:Die Saatgutknäuel sitzen fest in den Blattachseln. Man kann also recht lange mit der Ernte warten. Die sehr umfangreichen Samenstände abschneiden, evt. nachtrocknen und durch Treten und Schlagen ausdreschen. Ergibt große Mengen an Samenknäueln, die nicht getrennt werden können.

4. Lagerung von Saatgut:

Saatgut wird kühl und trocken gelagert!

Das Saatgut sehr gut und bei großen Samen ausreichend lange durchtrocknen. Man kann es in Papiertüten noch 14 Tage in einem gut verschlossenen Glas o.ä. über Silikagel nachtrocknen, bevor das Saatgut luftdicht in Schraubgläsern oder Plastiktüten (oder bei kleinen Mengen die Saatgutportionen zusammen in einem größeren Schraubglas) gelagert wird.

Ich verpacke das Saatgut gerne am Ende eines sonnigen Tages mit geringer Luftfeuchtigkeit, bevor es gegen Abend wieder feuchter wird.

Das verpackte Saatgut wird in einem eher kühlen Raum am längsten seine Keimfähigkeit erhalten. Wichtig ist vor allem, stark schwankende Temperaturen zu vermeiden, da es sonst zu Schwitzwasserbildung kommt. Daher ist auch Sonnenschein unbedingt zu vermeiden.

 

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